Nachhaltigkeit
Alle reden davon, aber was ist das eigentlich - Nachhaltigkeit? Und seit wann gibt es den Begriff? Und wie wird er heute angewendet? Diese grundlegenden Fragen und noch ein bisschen mehr rund um das Thema Nachhaltigkeit sollen hier kurz und knackig, aber informativ beantwortet werden.
Mit Nachhaltigkeit wird eine Herangehensweise an regenerative - also erneuerbare - Systeme beschrieben, die so gestaltet ist, dass das System erhalten bleibt und sich aus eigener Kraft wieder erneuern kann. Konkret bedeutet dies für unsere natürlichen Ressourcen: Wir zapfen nur soviel ab, dass kein Schaden entsteht und die Lücke ohne unser Zutun wieder durch das System selber geschlossen werden kann. Geprägt worden ist der Begriff der Nachhaltigkeit vermutlich zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Carl von Carlowitz, der eine Waldbewirtschaftungsform einforderte, die sich dem 'nachhaltenden Nutzen' der Wälder verschrieben hatte. Dass also nur soviel Holz geschlagen und abtransportiert werden sollte, dass kein Kahlschlag entstehen konnte und sich der Wald schnell und gut wieder erholte.
Für uns heute ist der Begriff der Nachhaltigkeit natürlich um ein Vielfaches komplexer, aufgrund unserer modernen Produktionsverfahren, der Kenntnisse um ökologische Zusammenhänge und nicht zuletzt unserer Gesellschaftsformen. Nichtsdestotrotz ist - wenn wir den aktuellen Problemen so begegnen wollen, dass nicht in Kürze viel Leben auf unserem Planeten seine Grundlage verliert, mittelfristig Teile unbewohnbar werden und langfristig der Klimakollaps Leben auf der Erde gänzlich unmöglich macht -, Nachhaltigkeit in allen Bereichen die einzige Alternative.
Für die Wirtschaft bedeutet dies eine Umstellung ihrer Produktions- und Absatzverfahren. Nicht Ausbeutung und maximaler Profit dürfen länger Handlungsmaximen sein, sondern Schonung der Ressourcen und auf Ökologie hin ausgerichtete Herstellungsverfahren. Nicht einige wenige profitieren vom Umsatz, sondern alle sollen daran Anteil haben. Der Schutz von Natur, Tieren und Pflanzen steht ebenfalls ganz oben auf der Tagesordnung - schützen wir das Leben auf der Erde, so schützen wir letztendlich auch uns selber. Dazu müssen und sollen alle beitragen, es sollen aber auch alle daran partizipieren. Das ist, grob umrissen, das Leit- und Lebensbild der Nachhaltigkeit.
Ob dies nun eine idealistische Gesellschaftsutopie oder der Schlüssel für ein lebenswertes Leben nachfolgender Generationen ist, bleibt noch abzuwarten. Fakt ist aber, dass bereits in weiten Teilen von Wirtschaft und Gesellschaft der Trend eindeutig dahin geht. Experten haben längst verstanden: Es ist fünf nach zwölf und ohne Nachhaltigkeit geht es nicht mehr.